Im Osten der Insel Kreta findet der Reisende die Gemeindestadt Sitia, die mit 14400 Einwohner auf einer Gesamtfläche von 277 km² zu einer der größten Gemeinden gezählt wird. In der Region der Lasithi Hochebenen gelegen, vermag der Reisende auch hier den Reichtum an landwirtschaftlichen Erträgen sofort deutlich wahr zu nehmen.
Aufgrund der guten Erreichbarkeit der Stadt mittels Schnellstrasse, wird diese zunehmend auch vom Tourismus geprägt, was sicher auch an den Verlockungen der malerischen Umgebung der Stadt liegt. Ferner ist die Stadt auch über einen kleinen regionalen Flugplatz und einem zentralen Hafen zu erreichen.
Sitia ist aufgrund der typischen Straßenstruktur der venezianischen Zeitrechnung sehr übersichtlich strukturiert, und birgt gerade in ihrem Altstadtkern einige Schätze kultureller Epochen. Die erste Besiedlung der Stadt erfolgte anhand der gefundenen Artefakte und Gegenstände um 1050 v. Christus. Die Funde aus dieser und den darauf folgenden Epochen findet der Reisende heute im Archäologischen Museum der Stadt, welches sich in zentraler Lage befindet. Ergänzend dazu lohnt sich ein Besuch des Folklore Museum, dass Einblick gewährt in das bäuerliche Leben der damaligen Bewohner. Besonders interessant sind hier die ausgestellten Arbeitswerkzeuge, die auf anschauliche Weise präsentiert werden. Gerade in diesem Museum sticht dem Besucher auf den ersten Blick die Verbundenheit der Bewohner zu ihrer Heimat ins Auge.
Dominiert wird der historische Altstadtkern von einem überragenden im venezianischen Stil umgebauten Kastell, dass vermutlich aus einem früheren Jahrhundert stammt, und im 16. Jahrhundert von den damaligen Besitzern zerstört wurde. Diese eigenartige Vorgehensweise diente damals dazu, es vor der Übernahme durch die räuberischen Türken zu bewahren. In der nahen Umgebung findet der Reisende auch die antiken Stätten Itanos und Palekastro. Erstere war ein wichtiger Handelsplatz im 3. Jahrhundert, und man vermag anhand der Grundfundamente deren damalige Bedeutung noch heute leicht nachvollziehen. Besonders interessant ist, dass zur damaligen Blütezeit der Stadt ein Bündnis mit Ägypten eingegangen wurde, um die Stadt vor feindlichen Angriffen zu schützen. Das Ende dieser Stadt wurde im Jahre 795 durch ein folgenschweres Erdbeben eingeläutet, wobei das finale Ende mit einer Plünderung im 15. Jahrhundert erfolgte. Seit dieser Zeit ist gerade Itanos ein lebendes Beispiel, für die damalige Kultur und ihre wertvollen Erben.
Besonders attraktiv sind in der Region Sitia auch die zahlreichen, wundervollen Strände. So wird der Erimoupolis Strand besonders von Einheimischen geschätzt, während das Palmenressort von Vai an der Ostküste geradezu überschwemmt wird von zahlreichen Touristen. Benannt nach einem kleinen Ort ist für diesen Strand vor allem der größte natürliche Palmenwuchs kennzeichnend. Ende der 70ziger Jahre entdeckt, erlebte diese Bucht eine wahre Sintflut an Aussteigern und Auswanderern. Um diesen Einhalt zu gebieten, wurde der Palmenwald zum Naturschutzgebiet erklärt, und ist daher nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.
Jedoch kann man sich hier vor der einmaligen grünen Kulisse wundervoll an den feinen Sandstränden erholen, und sich in dem kühlen Nass nach Herzenslust erfrischen. Jedoch ist dem Reisenden gerade während der Hauptsaison empfohlen, sich bereits in den frühen Morgenstunden einen attraktiven Platz zu sichern, da viele Reiseveranstalter zu späteren Stunden den Strand mit Scharen von Besuchern überfluten.
Text von Claudia Schleicher
