Die antike Metropole Knossos findet man südlich von Heraklion, und ist aufgrund ihrer Bedeutung in der Bronzezeit einen überaus lohnenswerten Besuch wert. Der damalige hohe Stellenwert der Stadt wird aufgrund der beeindruckenden Fundamente und Bauwerke auf eindrucksvolle Weise verdeutlicht, und ist somit auch in der heutigen Zeitrechnung von unvorstellbaren archäologischen Interesse.
Zum Mythos Knossos lässt sich anführen, dass im 16. Jahrhundert Minos, der Sohn des Zeus über die Stadt herrschte. Er errichtete auf wunderbare Weise eine Stadt, die in ihrer Herrlichkeit so keine Ebenbürtige fand, und sowohl von den Bewohnern als auch von Auswärtigen geschätzt und geachtet wurde.
Eines Tages sollte Minos seinem Vater einen Stier opfern, der ihm von Poseidon übergeben wurde. Jedoch vermochte dieser dies aus Eigennutz nicht zu tun, und zog sich somit den Zorn seines Göttervaters Zeus zu. Dieser bestrafte ihn mittels seiner Gemahlin, die sich von Minos abwandte, sich in den Stier verliebt und mit ihm ein Geschöpf aus Mensch und Tier zeugte. Als Minos davon Kenntnis erlangte, befahl er die Verbannung des geborenen Minotaurus- dem Stiermenschen in ein eigens errichtetes Labyrinth unterhalb der Stadt.
Dieses Labyrinth entspricht den Vorgaben eines Fingerlabyrinthes, welches immer zum Mittelpunkt ausgerichtet ist. Die Kriege der damaligen Zeit mit Athen nahm König Minos zum Anlass, dem gefürchteten Minotaurus zahlreiche Opfergaben zur Besänftigen zu erbringen. Zumeist handelte es sich hierbei um 7 junge Frauen und 7 junge Männer. Unter ihnen war eines Tages der junge Theseus, dem es mithilfe des magischen Wollknäuels gelang, das Monster zu töten und ungeschadet aus dem Labyrinth zu entkommen.
Aufgrund dieser bekannten Legende wird Knossos heutzutage zu einem begehrten Ausflugsziele für alle Interessierten der griechischen Mythologie. Aber auch die gut erhaltenen Tempelanlagen sind es wert, diese frühzeitliche Stadt zu besichtigen, da man hier das Leben in einer unvergleichbaren Weise nachvollziehen kann.
Text von Claudia Schleicher
