An der Südküste Kreta´s in der Region um Matala wandelt der Reisende auf den Spuren des Göttervater Zeus, der hier einst in phönizischer Zeitrechnung deren Königstochter entführte und sie von hier in seiner wandelbaren Gestalt als Stier oder Adler ins Landesinnere brachte.
Besonders prägend für diese Region sind die zahlreichen Höhlen, die ursprünglich als Behausungen dienten, aber von den Besatzungskräften der Römer als Grabstätten missbraucht wurden. In diesem vegetationsarmen Teil findet der Reisende auch zahlreiche, teilweise illustere Steinskulpturen, die von Hand gestaltet wurden.
Aufsehen erregte diese Küstenregion in den 60ziger Jahren, als sich hier zahlreiche Amerikaner verbarrikadierten, um sich so vor einem Einzug ins Krisengebiet Vietnam zu schützen. Typisch für diese Landschaft ist auch der Red Beach, der gezeichnet wird von einem roten Sand und in dieser Form nur hier vorkommt. Dieses Ressort steht unter der steten Beobachtung der Regierung sowie auch der Initiative der Bevölkerung, da man vermeiden möchte, dass durch zunehmenden Tourismus die Brutstätten der hier lebenden Schildkröten nachhaltig verletzt werden.
Nahe Mantas findet der interessierte Reisende auch das kleine Küstenörtchen Lentas, das gerade mal 250 Bewohner zählt. Kennzeichnend ist für diese Region der vorgelagerte Küstenstreifen, der die Form eines Löwen aufweist und namensgebend war für das Dorf.
Bekannt ist diese im 3. Jahrhundert vor Christus besiedelte Hafenortschaft vor allem für seine Heilquellen, die der Asklepios Stätte entspringen. Diesen Quellen, die einst vom Gott der Heilkunst und Kräuterkunde der griechischen Mythologie geschaffen wurden, sagt man heilende Kräfte nach. So ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Touristen dies nutzen wollten und man seitens der Verwaltung den Gedanken hegte, dieses Gebiet unter Naturschutz zu stellen. Jedoch ist dieser landschaftlich wertvolle Küstenstreifen bis heute frei zugänglich und gut erreichbar.
Text von Claudia Schleicher
