Im Westen der Insel Kreta findet der Reisende die Stadt Chania, die zugleich Hauptstadt der gleichnamigen Provinz ist und aufgrund ihrer Einwohnerzahlen von etwa 53900 Griechen zu den größten Städten der Insel gezählt wird.
Zwar zählt Chania aufgrund ihres geringen Flächenmaßes zu den kleineren Städten, was jedoch hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung keine Nachteile birgt. So ist die Stadt an der Küste des kretischen Meeres aufgrund ihres Hafens sowie des eigenen internationalen Airports zu einen wichtigen Umschlagplatz für Waren aus der Region geworden. Die gute Erreichbarkeit mittels des eigenen Flughafens ist eine zusätzliche Bereicherung für Chania, die sich gerade im touristischen Sektor offenbart.
Die geschichtliche Bewandtnis der Stadt sowie die kulturellen Zeitzeugen vergangener Epochen locken jährlich Tausende von Menschen in die flächenmäßig kleine Metropole. Besonders im Augenmerk der Reisenden aus Nah und Fern steht hier das Archäologische Museum, welches auch Artefakte der früheren Epochen beherbergt. So findet man in der ehemaligen Klosterkirche San Francesco, welches heute das Museum beheimatet, auch Reliquien und Steinformatierungen aus der Jungsteinzeit, deren Zeitrechnung man die erste Besiedlung Chanias zuordnet.
Vermutlich im Jahre 3400 v. Christus besiedelt, musste die Stadt im Laufe der Zeit einige Rückschläge und Angriffe feindlicher Kommandanten ertragen. Daher sind auch viele Bauwerke vergangener Epochen nur schmächlich vorhanden. Jedoch kommen besonders Liebhaber der kirchlichen Baukunst hier auf ihre Kosten. Gerade die im 13. Jahrhundert erbaute griechisch-orthodoxe Kirche zu Ehren des heiligen Nikolaos ist ein Bauwerk, dessen geschichtliche Bewandtnis man kennen muss, um ihre groteske Bauweise zu verstehen. So befindet sich an ihrer Seite ein Bau der an eine Moschee erinnert, und auf das Regiment des früheren Herrschers Sultan Ibrahim verweist. Dieser wollte seinerzeit die Kirche in eine Glaubensstätte islamischer Religion umwandeln.
Besonders beeindruckend ist auch die im venezianischen Stil erbaute San Rocco Kirche aus dem 16. Jahrhundert, die mit einem typischen Renaissance Ensemble beeindruckt. Auch im Hafenbereich findet der Reisende eine solch Renaissance geprägte kleine Kapelle die es lohnt zu besichtigen.
Der geschichtliche Interessierte findet neben den zahlreichen Bauten venezianischer Baukunst - zu denen auch die Hafenanlage gezählt wird- sowie dem archäologischen Museum auch ein Historisches Museum und das besonders interessante Volksmuseum, welches sich mit Traditionen und Mythen befasst.
Für Einkäufe jeglicher Art bieten sich in Chania hervorragende Möglichkeiten, wobei gerade die Markthalle neben einen gut sortierten Warensortiment auch mit einem typischen Bauwerk der neoklassizistischen Epoche aufwartet, dass in der typischen Kreuzform gehalten ist.
Neben den wunderschön gepflegten Stadtpark bietet sich auch der Faros- der Leuchtturm der Stadt für eine Erkundung an. Sein heutiges Dasein wurde in der kurzen Epoche des ägyptischen Einflusses 1830 auf dem Fundament der Venezianer errichtet.
Chania ist eine Stadt, deren geschichtliche Einflüsse bis heute das Stadtbild versteckt prägen und sich somit harmonisch in die Ansprüche der modernen Zeit integrieren.
Text von Claudia Schleicher
