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Agios Nikolaos

Die wundervollen Hochebenen der Lasithiregion sind kennzeichnend für deren Hauptstadt Agios Nikolaos, die mit rund 10900 Einwohnern zu den größten der Inseln gezählt wird.

Prägend für diese Region sind aus wirtschaftlicher Sicht natürlich die ertragsreichen, landwirtschaftlichen Produkte. Hier steht allen voran der Anbau von Kulturpflanzen, die aufgrund der idealen Bedingungen hier optimalen Boden vorfinden. Allein die unüberschaubare Menge an Olivenbäumen, die sich in den Millionenbereichen befindet, sind einen Besuch der Plantagen wert. Auch die zahlreichen Zitrusfruchtanbauten sind sowohl für das Auge als auch für den Gaumen eine wahre Freude.

Aber auch in kultureller Hinsicht überrascht diese Region den Besucher auf positive Weise. So findet man in den angrenzenden Dikti Gebirge zahlreiche Höhlen und Gedenkstätten vergangener Epochen. Auch ein Besuch der antiken Hafenstadt, die heute eine wertvolle Ausgrabungsstätte für Archäologen aus der ganzen Welt darstellt, ist durchaus lohnenswert. Hier wandelt der Reisende auf den Spuren der Zeitrechnung 17. Jahrhundert v. Christus, und kann anhand der Fundamentreste ein eigenes Bild der damaligen Stadt entstehen lassen.

In naher Umgebung findet man auch die Ruinenstadt Kato Zakros, deren Mittelpunkt einst ein prachtvoller Palast war. Die Artefakte dieser durch Zufall entdeckten Stadt findet man heute im Archäologischen Museum von Iraklio, und liefern aufgrund ihrer guten Erhaltung wertvolle Informationen über das damalige Leben. Nahe der Ausgrabungsstätte befindet sich eine begehbare Schlucht, die seinerzeit als Begräbnisstätte genutzt wurde. Daher erhielt sie den Namen ” Schlucht des Todes” und der Reisende durchquert sie oftmals mit einen verständlich mulmigen Gefühl.

Sehenswert ist auch eine Begehung des Klosters Moni Toplou, welches sich in unmittelbarer Nähe der Stadt Agios Nikolaos befindet. Vor dem 15. Jahrhundert erbaut, prägen hier vor allem die türkischen Einflüsse die Gemäuer. Sehenswert sind hier die zahlreichen Ikonenabbildungen sowie die filigranen Fresken. In dem angegliederten Museum kann der Reisende Kunstwerke betrachten, die von einstigen Schülern der eigenen Ikonenschule geschaffen wurden.

Zur landschaftlichen Kulisse lässt sich anführen, dass die malerischen Buchten und Strände nahezu verlockend sind für alle Arten des Wassersportes. Besonders beliebt ist diese Region bei Tauchern sowie bei Segelfreunden, die hier ideale Bedingungen vor Ort finden, und die Einsamkeit fernab des Massentourismus schätzen. Zahlreiche kleine Buchten laden hier ein zum geselligen Strandpicknick.

Zu Agios Nikolaos lässt sich ergänzend anführen, dass viele Besucher und Reisende diese Region besonders aufgrund der vorherrschenden Ursprünglichkeit schätzen. Man hat sich hier den Tourismus mit vorhandenen Mitteln angepasst und sich in seiner Eigenständigkeit nicht gravierend verändert. Daher zählt oftmals hier der erste Eindruck, der entscheidet ob man diese Inselregion liebt oder nicht.

Text von Claudia Schleicher